In die Pilze

Wer wie ich pilzfanatisch ist, der freut sich über viel Regen im Frühjahr und Sommer. Denn dann sprießen die Pfifferlinge. Und später weitere herrliche Pilze. 

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Schon als Kind bin ich mit meinem Vater (und teils auch mit meinen Brüdern) zu stundenlangen Streifzügen durch unsere Wälder aufgebrochen. Es war immer eine besondere Atmosphäre. Meistens sind wir morgens losgezogen, wenn der Wald noch frisch vom nächtlichen Regen war und einen wunderbaren Duft nach feuchter Erde verströmte. Dazu mischte sich der Geruch der Wildlederjacke meines Vaters, der vor mir ging. Es waren ganz besondere Momente, die sich bei mir tief in meine Erinnerung eingegraben haben und die ich nie vergessen werde. Die Anstrengung (meist musste man gefühlt endlose Berge rauf), die Freude über schöne Exemplare und der Stolz, dass man als Kind nicht auf alle raufgetrampelt ist, sondern auch welche gefunden hatte. So kam man nach ca. drei Stunden wieder nach Hause – erschöpft, meistens durchnässt, hungrig und sehr glücklich.

 

 

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Heute gehe ich selber in die Pilze. Und seitdem ich wieder in Melsungen bin, habe ich habe oft das Gefühl, dass mein Vater neben mir läuft – denn ich gehe auf den Wegen und zu den Pilzstellen, die mir mein Vater zeigte.

Als Kind war ich oft enttäuscht, wenn wir mal keine oder nur wenige Pilze fanden. Die Enttäuschung ist heute relativ. Denn diese Zeit im Wald schenkt mir Gelassenheit und läßt mich oft den Alltagsstress vergessen.

 

IMG_2039Und so komme ich dann auch heute meistens durchnässt, hungrig und sehr glücklich nach Hause. Egal ob mit oder ohne Pilze.

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